Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Das Stellenangebot für Einstiegsjobs in Deutschland ist seit 2022 um mehr als zwei Drittel gesunken. Im Juli 2026 waren rund 46 % weniger Jobs als in 2019 ausgeschrieben. Der Gesamtmarkt lag zuletzt noch 8 % über diesem Referenzwert.
  • Der Rückgang betrifft fast alle Berufsgruppen. Einzig Pflege, Medizin & Pharmazie sowie Lebensmittel, Gastronomie & Hotellerie verzeichneten Zuwächse.
  • Einstiegsjobs in KI-exponierten Berufsgruppen – etwa im Marketing, Projektmanagement und Tech-Sektor – verloren besonders stark. Der Rückgang begann jedoch schon vor der Veröffentlichung von ChatGPT.
  • Berufsausbildungen (inkl. Duales Studium) zeigten sich vergleichsweise stabil und lagen zuletzt rund 50 % über dem Niveau von 2019. Auch innerhalb der meisten Berufsgruppen entwickelten sich Ausbildungsstellen besser als Einstiegsjobs. 
  • Das duale Ausbildungssystem bietet jungen Menschen und Betrieben gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Stabilität. Mit Blick auf die KI-Transformation steht es langfristig aber vor enormen Reformaufgaben.

Sinkende berufliche Chancen für junge Menschen, steigende Jugendarbeitslosigkeit und die Gründe dafür werden aktuell in vielen Ländern kontrovers diskutiert. Die Erwerbslosenquote der 15- bis 24-Jährigen ist in Deutschland mit 7,1 % in 2025 im internationalen Vergleich zwar weiterhin niedrig (15,2 % im EU-Durchschnitt, 19,8 % in Frankreich und 24,9 % in Spanien) – sie ist jedoch zuletzt auch hierzulande gestiegen (5,9 % in 2023). Stellenausschreibungen für Einstiegsjobs sind in Deutschland seit 2022 stark zurückgegangen, insbesondere in Wissensberufen. Das Stellenangebot für Berufsausbildungen blieb hingegen vergleichsweise stabil, wie diese Hiring-Lab-Analyse zeigt.

Einstiegsjobs sind seit 2022 deutlich stärker eingebrochen als der Gesamtmarkt

Der Stellenmarkt für Berufseinsteiger*innen hat sich in den vergangenen Jahren stark eingetrübt. Die Ausschreibungen für Einstiegsjobs auf Indeed – definiert durch Begriffe wie Junior, Berufseinstieg oder Trainee im Titel – stiegen während der Coronapandemie zunächst deutlich an. Im Juli 2022 erreichten sie mit bis zu 75 % über dem Durchschnitt des Jahres 2019 ihren Höhepunkt. Seitdem ist die Zahl der Einstiegsjobs um mehr als zwei Drittel gefallen und lag im Juli 2026 46 % unter dem Referenzwert von 2019. Der Rückgang fiel damit deutlich stärker aus als am Gesamtmarkt, der seit 2022 zwar um 38 % schrumpfte, im Juli 2026 aber immer noch 8 % über dem Niveau von 2019 lag. Auch die Ausschreibungen für Praktika- und Werkstudierendenjobs lagen zuletzt 24 % unter dem Niveau von 2019 – allerdings war ihr Höchststand 2022 deutlich niedriger, sodass der Rückgang seither weniger steil ausfiel.

Das Liniendiagramm mit dem Titel „Einstiegsjobs sind seit 2022 um mehr als zwei Drittel zurückgegangen" zeigt die Entwicklung der Stellenausschreibungen für Einstiegsjobs, Praktika & Werkstudierendenjobs sowie Berufsausbildungen (inkl. Duales Studium) im Vergleich zu allen Stellen auf Indeed seit 2019. Einstiegsjobs sind als solche definiert, die im Jobtitel die Begriffe junior, berufseinstieg, berufseinsteig, trainee, graduate, graduiert, absolvent oder young professionalenthalten. Das Angebot an Einstiegsjobs lag im Juli 2026 46 % unter dem Niveau von 2019.
Das Liniendiagramm mit dem Titel „Einstiegsjobs sind seit 2022 um mehr als zwei Drittel zurückgegangen“ zeigt die Entwicklung der Stellenausschreibungen für Einstiegsjobs, Praktika & Werkstudierendenjobs sowie Berufsausbildungen (inkl. Duales Studium) im Vergleich zu allen Stellen auf Indeed seit 2019. Einstiegsjobs sind als solche definiert, die im Jobtitel die Begriffe junior, berufseinstieg, berufseinsteig, trainee, graduate, graduiert, absolvent oder young professionalenthalten. Das Angebot an Einstiegsjobs lag im Juli 2026 46 % unter dem Niveau von 2019.

Rückgang von Einstiegsjobs betrifft die meisten Berufsgruppen

Die Möglichkeiten zum Berufseinstieg haben sich in fast allen Branchen und Berufen verschlechtert. Seit dem Höhepunkt im Jahr 2022 verzeichneten 26 von 28 Berufsgruppen einen Rückgang. In 23 Berufsgruppen entwickelten sich Einstiegsstellen seither schlechter als der Gesamtmarkt. Einzig in Pflege, Medizin & Pharmazie (+18 %) sowie Lebensmittel, Gastronomie & Hotellerie (+10 %) legte das Angebot für Einstiegsjobs zu. Gesucht wurden etwa Pflegefachkräfte, Physiotherapeut*innen sowie Fachkräfte für Systemgastronomie oder Köch*innen – Berufe, in denen es aktuell Personalengpässe gibt, die sich im Zuge des demographischen Wandels verschlimmern könnten. Zu beachten ist, dass diese Berufe oft keinen Hochschulabschluss erfordern, sondern eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bei Praktika & Werkstudierendenjobs sticht der Bereich Soziale Arbeit, Kinder & Bildung mit +18 % hervor. Hier dominieren Praktika in Schulen oder sozialen Einrichtungen, die in Studiengängen wie Lehramt, Sozialpädagogik oder Soziale Arbeit oft Teil des Pflichtcurriculums sind. Hingegen schneiden Wissensberufe sowohl bei den Einstiegsjobs als auch bei Praktika & Werkstudierendenjobs besonders schlecht ab. Im Marketing gingen sie jeweils um -75 % und -55 % zurück, im Projektmanagement um -60 % und -56 %. Auch der Tech-Sektor (z. B. IT-Anwendungen & -Lösungen -77 % und -54%) verlor stark.

Das Balkendiagramm mit dem Titel „Die meisten Berufsgruppen sind vom Rückgang bei Einstiegsjobs betroffen" zeigt die Veränderung der Stellenausschreibungen für Einstiegsstellen sowie Praktika & Werkstudierendenjobs zwischen dem ersten Halbjahr 2022 und dem ersten Halbjahr 2026 nach Berufsgruppe. Nur zwei von 28 betrachteten Berufsgruppen verzeichneten bei den Einstiegsjobs Zuwächse. In 23 Berufsgruppen entwickelten sich Einstiegsjobs schlechter als der Gesamtmarkt.
Das Balkendiagramm mit dem Titel „Die meisten Berufsgruppen sind vom Rückgang bei Einstiegsjobs betroffen“ zeigt die Veränderung der Stellenausschreibungen für Einstiegsstellen sowie Praktika & Werkstudierendenjobs zwischen dem ersten Halbjahr 2022 und dem ersten Halbjahr 2026 nach Berufsgruppe. Nur zwei von 28 betrachteten Berufsgruppen verzeichneten bei den Einstiegsjobs Zuwächse. In 23 Berufsgruppen entwickelten sich Einstiegsjobs schlechter als der Gesamtmarkt.

KI-exponierte Einstiegsjobs verzeichnen stärkere Rückgänge – doch dieser Trend begann bereits vor ChatGPT

Inwiefern KI für die schlechteren Einstiegschancen junger Menschen verantwortlich ist, wird aktuell intensiv debattiert. Die Theorie hinter der These besagt, dass KI Routinetätigkeiten automatisiert, die typischerweise von Berufseinsteiger*innen erledigt werden – etwa strukturierte Analysen oder das Schreiben und Redigieren von Texten. Die empirische Evidenz ist bislang jedoch nicht eindeutig: Einerseits zeigen US-Daten: Die Beschäftigung junger Menschen in KI-exponierten Berufen ging im Vergleich zu weniger exponierten Berufen zurück, bei älteren Beschäftigten war dies jedoch nicht der Fall. Andererseits spielt möglicherweise auch Remote-Arbeit beim Rückgang von Einstiegsstellen eine Rolle.

Das Stellenangebot für Einstiegsjobs ist zuletzt in von KI stark betroffenen Berufsgruppen – also den bereits genannten Wissensberufen – besonders stark gesunken. In Berufsgruppen, in denen mehr als 60 % der Fähigkeiten und Aufgaben von KI übernommen oder unterstützt werden können, waren im Juli 2026 rund halb so viele Einstiegsjobs sowie Praktika & Werkstudierendenjobs wie 2019 ausgeschrieben. Demgegenüber lagen Berufsgruppen mit einem Transformationspotenzial unter 40 % weiterhin auf oder über dem Referenzwert von 2019. Diese Divergenz setzte – ähnlich wie die Entkopplung von Einstiegsjobs und Gesamtmarkt – jedoch bereits im Frühjahr 2022 und damit vor der Veröffentlichung von ChatGPT ein. Die Entwicklung ist daher vermutlich auch durch die Konjunktursensitivität von Einstiegsstellen und KI-exponierten Wissensberufen begründet und nicht allein durch den Einsatz von KI.

Das Liniendiagramm mit dem Titel „Einstiegsjobs mit geringerem KI-Transformationspotenzial gingen zuletzt weniger stark zurück, doch die Divergenz begann bereits im Frühjahr 2022" zeigt die Entwicklung der Stellenausschreibungen für Einstiegsjobs, Praktika & Werkstudierendenjobs sowie den Gesamtmarkt nach KI-Transformationspotenzial seit 2019. Stellenausschreibungen für Berufe mit hohem Transformationspotenzial entwickelten sich schlechter als jene mit geringem. Allerdings gingen die Entwicklungen schon vor der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 auseinander.
Das Liniendiagramm mit dem Titel „Einstiegsjobs mit geringerem KI-Transformationspotenzial gingen zuletzt weniger stark zurück, doch die Divergenz begann bereits im Frühjahr 2022″ zeigt die Entwicklung der Stellenausschreibungen für Einstiegsjobs, Praktika & Werkstudierendenjobs sowie den Gesamtmarkt nach KI-Transformationspotenzial seit 2019. Stellenausschreibungen für Berufe mit hohem Transformationspotenzial entwickelten sich schlechter als jene mit geringem. Allerdings gingen die Entwicklungen schon vor der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 auseinander.

Berufsausbildungen robuster als Gesamtmarkt

Das deutsche duale Ausbildungssystem bietet jungen Menschen eine praxisnahe Alternative zum akademischen Bildungsweg: Auszubildende sammeln neben dem Berufsschulunterricht von Beginn an praktische Erfahrungen in Betrieben. Duale Studiengänge ermöglichen in vielen Wissensberufen zudem parallel einen Bachelorabschluss. Das Modell wird oft als Faktor für die international vergleichsweise niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland diskutiert. 

Auch auf dem abkühlenden Arbeitsmarkt boten Ausbildungen jungen Menschen zuletzt ein gewisses Maß an Stabilität: Trotz leichter Rückgänge seit der Saison 2023/24 – also Ausschreibungen von August 2023 bis Juli 2024 für den Ausbildungsbeginn im Herbst 2024 – liegt das Stellenangebot für Berufsausbildungen (inkl. Duales Studium) über dem Gesamtmarkt und damit auch über den Einstiegsjobs. In der letzten Saison 2025/26 waren im Durchschnitt 50 % mehr Ausbildungsplätze ausgeschrieben als 2019.

Unter den Ausbildungsberufen sind weniger Wissensberufe enthalten als unter den Einstiegsjobs. In nur 15 % der Ausbildungsstellen können mehr als  60 % der genannten Fähigkeiten durch KI übernommen oder unterstützt werden, während dies auf 42 % der Einstiegsstellen und 33 % der Praktika & Werkstudierendenjobs zutrifft. Umgekehrt haben 37 % der Ausbildungsplätze ein geringes KI-Transformationspotenzial von weniger als 40 %, verglichen mit nur 9 % der Einstiegsstellen und 10 % der Praktika & Werkstudierendenjobs. Die Stabilität des Ausbildungsmarkts dürfte daher auch auf den höheren Anteil von Handwerk, Gesundheitssektor oder anderen manuellen Berufen zurückzuführen sein, die auch auf dem Gesamtmarkt in den letzten Jahren relativ stabil nachgefragt wurden.

Dennoch entwickelten sich Ausbildungen auch innerhalb der meisten Berufsgruppen besser als Einstiegsjobs: In 20 von 23 Berufsgruppen stieg das Ausbildungsangebot zwischen 2019 und der letzten Saison (August 2025 bis Juli 2026) stärker als die Einstiegsjobs. In der Softwareentwicklung beispielsweise gingen Einstiegsjobs um 70 % zurück, während Ausbildungen – vorwiegend für Fachinformatiker*innen für Anwendungsentwicklung – weiterhin 27 % über dem Niveau von 2019 lagen.

Das Streudiagramm mit dem Titel „Auch innerhalb der meisten Berufsgruppen hat sich der Markt für Berufsausbildungen besser entwickelt als die Einstiegspositionen" zeigt die prozentuale Veränderungen der Stellenausschreibungen für Berufsausbildungen (inkl. Duales Studium, y-Achse) und für Einstiegsjobs (x-Achse) zwischen 2019 und dem letzten Jahr (August 2025 bis Juli 2026) nach Berufsgruppe. In 20 von 23 Berufsgruppen haben sich Berufsausbildungen besser entwickelt als Einstiegsjobs.
Das Streudiagramm mit dem Titel „Auch innerhalb der meisten Berufsgruppen hat sich der Markt für Berufsausbildungen besser entwickelt als die Einstiegspositionen“ zeigt die prozentuale Veränderungen der Stellenausschreibungen für Berufsausbildungen (inkl. Duales Studium, y-Achse) und für Einstiegsjobs (x-Achse) zwischen 2019 und dem letzten Jahr (August 2025 bis Juli 2026) nach Berufsgruppe. In 20 von 23 Berufsgruppen haben sich Berufsausbildungen besser entwickelt als Einstiegsjobs.

Fazit

Die Möglichkeiten zum Berufseinstieg haben sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Die frühe Phase der Karriere ist entscheidend für den Aufbau von Erfahrungen und Fähigkeiten, während sich Arbeitslosigkeit am Anfang des Berufslebens langfristig negativ auf Beschäftigung und Lohnentwicklung auswirken kann. Dementsprechend drohen der aktuellen Generation von Berufseinsteiger*innen negative Kohorteneffekte, die sich durch die gesamte Erwerbsbiografie ziehen könnten.

Dass sich Ausbildungen – sowohl insgesamt als auch in vielen einzelnen Berufsgruppen – robuster entwickeln, bietet einen wichtigen Stabilitätsanker, den junge Menschen bei der Berufswahl derzeit dringend in Betracht ziehen sollten. Die Entwicklung könnte aber auch widerspiegeln, dass es für Unternehmen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten die risikoärmere Option ist, junges Personal zu relativ niedrigen Löhnen unternehmensspezifisch zu qualifizieren statt Hochschulabsolvent*innen zu höheren Gehältern einzustellen. Die deutsche Wirtschaft aus der Stagnation auf einen stabilen Wachstumspfad zu führen, sollte daher wirtschaftspolitische Priorität haben.

Im Hinblick auf die KI-Transformation ist aber auch klar, dass das Bildungssystem langfristig vor enormen Reformaufgaben steht. Curricula von Ausbildungen wie Studiengängen müssen grundlegend überarbeitet werden, um die Zusammenarbeit von Mensch und KI ins Zentrum zu rücken. Dass solche Anpassungen machbar sind, zeigt das Beispiel der Steuerfachangestellten: Nach einer Reform der Ausbildungsordnung sank ihr Automatisierungspotenzial im IAB-Futuromat von 100 % auf 50 %. Je konsequenter und schneller solche Anpassungen erfolgen, desto erfolgreicher lässt sich der drohende Arbeitsmarkt-Mismatch minimieren und werden künftige Generationen zukunftsfähig qualifiziert.

Methodik

Zur Erfassung von Einstiegsjobs, Praktika & Werkstudierendenjobs und Berufsausbildungen (inkl. Duales Studium) in diesem Beitrag wurden die Jobtitel von auf Indeed inserierten Stellenausschreibungen identifiziert, die jeweils folgende Begriffe enthalten:

  • Einstiegsjobs: junior, berufseinstieg, berufseinsteig, trainee, graduate, graduiert, absolvent, young professional
  • Praktika & Werkstudierendenjobs: praktikum, praktikant|praktika, internship, intern, werkstud, studentisch, studierend, hospitant, volontaer, volontär, volontariat, working student
  • Ausbildungen (inkl. Duales Studium): ausbildung, lehrstelle, auszubildende, azubi, abiturientenprogramm, lehrling, dual(e/es/er) stud(ium/ent/ier/ies)

Die Zahl der Stellenausschreibungen auf Indeed.com ist kein Indikator für potenzielle Einnahmen oder Erträge von Indeed, das einen bedeutenden Prozentsatz des HR-Technologiesegments seiner Muttergesellschaft Recruit Holdings Co., Ltd. umfasst. Dies gilt sowohl für bezahlte als auch unbezahlte Stellenausschreibungen. Die Zahl der Stellenausschreibungen wird nur zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt und ist kein Indikator für die Leistung von Indeed oder Recruit. Weitere Informationen über die Umsatzerlöse des HR-Technologiesegments von Recruit finden Sie auf der Investor-Relations-Website von Recruit Holdings und in den Finanzberichten in Japan.