Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- Das Lohnwachstum in Stellenanzeigen in Europa nimmt an Fahrt auf. Im Juli verzeichnete der Indeed Gehaltstracker im Euroraum einen Anstieg auf 3,3 % im Jahresvergleich.
- Somit übertrifft das Lohnwachstum die Inflation im Euroraum insgesamt wieder – oder hält zumindest mit ihr Schritt.
Das vollständige Europäische Arbeitsmarkt-Chartbook August 2026 zeigt eine umfassende Einordnung des Arbeitsmarkts in Europa. Weitere Daten werden regelmäßig aktualisiert und können in unserem Indeed Datenportal frei abgerufen werden.
Das Lohnwachstum in Europa zieht an. Im Juli zeigte der Indeed Gehaltstracker, dass die in Stellenanzeigen im Euroraum ausgeschriebenen Löhne und Gehälter in den letzten 3 Monaten durchschnittlich um 3,3 % im Jahresvergleich stiegen. Dies ist die höchste Wachstumsrate seit November 2024 – und ein deutlicher Sprung gegenüber dem Durchschnitt von 2,5 % im ersten Halbjahr. Besonders in den großen Volkswirtschaften des Kontinents zeigt sich der Aufwärtstrend: Seit dem Frühjahr legte der Gehaltstracker in Deutschland (3,3 % im Juli), Frankreich (1,7 %), Spanien (3,7 %) und Italien (2,9 %) deutlich zu.

Viele Beschäftigte, deren Kaufkraft durch den Anstieg der Inflation zu Jahresbeginn erodiert war, spüren diese Lohnzuwächse als willkommene Entlastung. Das Lohnwachstum übertrifft die Inflation im Euroraum im Juli insgesamt wieder – oder hält zumindest mit ihr Schritt. Doch in vielen Ländern gleichen die kumulierten Lohnzuwächse den Preisdruck der vergangenen fünf Jahre weiterhin nicht ganz aus und das jüngste Lohnwachstum hilft lediglich bereits verlorene Kaufkraft wettzumachen.

Aufgrund der schwachen Arbeitsmarktlage erscheint die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale derzeit geringer als in 2022. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die jüngsten Zuwächse im Lohnwachstum auf gesteigerte Arbeitskräftenachfrage zurückzuführen sind. Dennoch wird die Europäische Zentralbank (EZB) die Beschleunigung des Lohnwachstums auch nach einer wahrscheinlichen Zinserhöhung im September genau im Blick behalten, um eingreifen zu können, sollten Lohnsteigerungen „Zweitrundeneffekte“ auf das Preislevel auslösen.